Wie man vermögenswirksame Leistungen anlegt

Wie man vermögenswirksame Leistungen anlegt

Was sind vermögenswirksame Leistungen (kurz: VL) ?

Vermögenswirksame Leistungen sind freiwillige Geldleistungen, die der Arbeitgeber dem Angestellten leistet. Jedoch erhält man die vermögenswirksamen Leistungen nicht als Überweisung auf das Girokonto, sondern werden vertragsgemäß für den Arbeitnehmer angelegt. Die maximale Summe, die Arbeitnehmer als vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber erhalten können sind 40€. Auch wenn die Summe auf den ersten Blick klein erscheint, kann es bei geringen Kosten durchaus sehr lohnend sein.

Normalerweise bekommen Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie, Beamte im öffentlichen Dienst und Handwerker vermögenswirksame Leistungen. Die Bedingungen und die Höhe der Leistungen sind dabei im Tarifvertrag oder einzeln im Arbeitsvertrag geregelt. Es lohnt sich durchaus, sich bei der Personalabteilung zu informieren. Oft können im Rahmen von Gehaltsverhandlungen vermögenswirksame Leistungen ausgehandelt werden, auch wenn sie in der Branche sonst nicht üblich sind.

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Was ist die Arbeitnehmersparzulage und wer bekommt sie?

Ein weiterer Aspekt, den vermögenswirksame Leistung interessant machen, ist die staatliche Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage.  Die Arbeitnehmersparzulage ist ein Zuschuss vom Staat für bestimmte Einkommensklassen auf die erhaltenen vermögenswirksamen Leistungen.

Ausschlaggebend für die Höhe der Arbeitnehmersparzulage ist das zu versteuernde Einkommen. Je nach Anlageklasse darf das Einkommen nicht über 17.900 € beziehungsweise 20.000 € liegen. Für Ehepaare sind diese beiden Einkommensgrenzen jeweils doppelt so hoch und belaufen sich auf 35.800 € beziehungsweise 40.000 €. Das zu versteuernde Einkommen kann ganz leicht über Online-Rechner oder auf dem letzten Steuerbescheid nachgelesen werden.

Um die Arbeitnehmersparzulage bekommen zu können, muss man einen Sparvertrag abgeschlossen haben, der die Geldanlage durch die vermögenswirksamen Leistungen klar regelt. Dieser Sparvertrag muss mindestens 7 Jahre bestehen, wovon mindestens 6 Jahre lang eingezahlt werden muss. Erst dadurch qualifiziert man sich für die staatliche Förderung. Im letzten Jahr des Sparvertrags kann dieser ruhen gelassen werden oder weiter einbezahlt werden. In beiden Fällen bekommt man die volle staatliche Förderung.

Die maximale Höhe der Arbeitnehmersparzulage beläuft sich auf 20 % des in den Sparvertrag eingezahlten Kapitals pro Jahr. Dabei wird die Förderung auf die volle Summe des monatlichen Sparbetrags gewährt. Angenommen, ihr bekommt von eurem Arbeitgeber nur 25 € im Monat an vermögenswirksamen Leistungen. Dann könnt ihr die restlichen 15 € selber draufzahlen, um den kompletten Förderungsbetrag auszuschöpfen. Die staatliche Förderung ist jedoch auf diese 40 € im Monat begrenzt. Nur auf diesen Betrag bekommt ihr die vom Finanzprodukt abhängige Verzinsung vom Staat ausbezahlt.

Wie kann man vermögenswirksame Leistungen anlegen?

Zunächst einmal muss man sich bei der Personalabteilung oder im Arbeits- oder Tarifvertrag schlaumachen, ob überhaupt ein Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen besteht. Kann man diese beziehen, so muss zunächst ein Sparvertrag abgeschlossen werden. In diesem Sparvertrag ist fix geregelt, wie die vermögenswirksamen Leistungen angelegt werden.

Dieser Sparvertrag wird bei den jeweiligen Instituten abgeschlossen, für deren Finanzprodukt man sich entschieden hat. Die Laufzeit des Sparvertrags beträgt in der Regel 7 Jahre. Ein Sparvertrag kann verschiedene Finanzprodukte enthalten. Welche Finanzprodukte für das Investieren der vermögenswirksamen Leistungen geeignet sind und welche sinnvoll sind, klären wir in den folgenden Abschnitten.

Entscheidend für die Wahl der Geldanlage ist das eigene Ziel und die Risikofreudigkeit. Allgemein muss von der Investition in Lebensversicherungen abgeraten werden, da diese zu teuer und zu unrentabel sind. Es gibt dafür lukrativere Anlagemöglichkeiten.

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1) Banksparplan:

Der Banksparplan ist eine sehr konservative Anlagemethode und ist am besten mit dem Sparbuch oder dem Festgeld zu vergleichen. Hierfür bekommt man auf das eingezahlte Kapital eine feste Verzinsung am Ende der Laufzeit oder jährlich ausbezahlt. Aufgrund der heutigen Niedrigzinsen bietet ein Banksparplan lediglich ungefähr 1 %$ Zinsen pro Jahr. Das ist angesichts der jährlichen Inflation, die etwa 2 % pro Jahr beträgt, eine sehr schlechte Rendite. Für Leute die keine Kursschwankungen und hohe Sicherheit wünschen, ist diese Form dennoch interessant.

Die Laufzeit eines Banksparplans beträgt 7 Jahre. Eine Kündigung während der Laufzeit bedeutet meist einen Verlust der Zinsen und sollte daher vermieden werden. Eine Arbeitnehmersparzulage gibt es für den Banksparplan nicht.

2) Bausparvertrag:

Der Bausparvertrag ist ebenfalls eine Möglichkeit die vermögenswirksamen Leistungen anzulegen. Hierfür erhält der Sparer zusätzlich eine staatliche Förderung in Höhe von 9 % auf das eingezahlte Kapital. Das sind umgerechnet maximal 43 € im Jahr, die es vom Staat obendrauf gibt. Um diese Förderung zu erhalten, muss das zu versteuernde Einkommen unterhalb von 17.900 € liegen.

Der Bausparvertrag ist eine sinnvolle Anlagemöglichkeit für alle die ein Eigenheim erwerben oder bauen möchten. Jedoch sind die Abschlusskosten oft hoch und es gibt kaum Zinsen. Der Bausparvertrag muss eher als eine Absicherung gegenüber in der Zukunft steigenden Bauzinsen gesehen werden. Denn mit einem Bausparvertrag sichert man sich die aktuell niedrigen Zinsen und sicher sich damit ein zinsgünstiges Immobiliendarlehen schon heute.

Der Bausparvertrag muss für den Erwerb oder bei einer Immobilie verwendet werden. Ebenso darf der Bausparvertrag auch für Renovierungen oder Modernisierungen einer bestehenden Immobilie genutzt werden. Einer der renommiertesten Anbieter im Bereich Bausparverträge ist Schwäbisch Hall*.

3) Tilgung des Immobilienkredits:

Die Tilgung eines Immobilienkredits ist eine weitere Möglichkeit die vermögenswirksamen Leistungen in Form von Immobilien zu verwenden. Dabei werden die Sparbeträge nicht in den Sparvertrag einbezahlt, sondern fließen direkt an die Bank zur Tilgung des Immobilienkredits. Diese Anlagemethode zählt ebenfalls zu den konservativen Anlagemethoden, da hier das Risiko gering ist, aber damit auch die Rendite. Die feste Rendite erfolgt hier durch die Tilgung eingesparten Zinsen.

Es handelt sich hierbei um eine sehr sichere Rendite und ist im Vergleich zum Banksparplan die bessere Wahl. Außerdem gibt es auch hierfür den staatlichen Zuschuss in Form der Arbeitnehmersparzulage. Diese beträgt 9 % des besparten Betrags, maximal jedoch 43 € im Jahr. Das maximale zu versteuernden Einkommen darf 17.900 € für Singles nicht übersteigen, sonst erhält man keine Arbeitnehmersparzulage.

Wer in absehbarer Zeit vermögenswirksamen Leistungen erhält und ein Immobilienkredit sucht, findet bei der comdirect*, der Consorsbank* oder die ING* sehr gute Konditionen. Oder schaut doch mal bei unserem Vergleichsrechner für Baufinanzierungen vorbei.

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4) Aktienfonds und ETFs:

Die Geldanlage der vermögenswirksamen Leistungen in Aktienfonds und ETFs ist mit Abstand unser Favorit! Denn Aktienfonds und besonders ETFs bieten mit Abstand die besten Renditechancen im Vergleich zu den anderen Anlagemethoden. Hier profitiert man direkt von den guten Entwicklungen des Aktienmarkts und kann bis zu zweistelliger Rendite pro Jahr generieren.

Ebenfalls gibt es für Aktienfonds und ETFs die Arbeitnehmersparzulage vom Staat in Höhe von 20 % auf das eingezahlte Kapital. Maximal jedoch 80 € im Jahr. Die Grenze des zu versteuernden Einkommens liegt hier sogar bei 20.000 €. Die Laufzeit des Sparvertrags liegt mindestens bei 7 Jahren. Es empfiehlt sich bei Fonds allerdings eine längere Laufzeit von mindestens 15 Jahren oder länger, um das volle Potenzial des Aktienmarkts herauszuschlagen.

Da die Kosten bei den vermögenswirksamen Leistungen eine wichtige Rolle spielen, sollte die Geldanlage in ETFs erfolgen, da diese um einiges günstiger sind als gemanagte Fonds. Diese Anlagemethode ist besonders für junge Menschen geeignet, da diese oft einen langen Anlagehorizont haben und dadurch hohe Renditen am Aktienmarkt gemacht werden können. Man muss jedoch die Kursschwankungen der Börse ertragen können. Falls eine Immobilie noch nicht fest geplant ist, ist die Investition in ETFs die beste Alternative.

Nicht jeder ETF kann für die Geldanlage der vermögenswirksamen Leistungen ausgewählt werden. Bei den meisten größeren ETFs ist dies aber möglich. Wichtig ist, dass man das geeignete Depot für VL hat. Es gibt nur wenige Banken, bei denen man ein Depot für vermögenswirksamen Leistungen eröffnen kann. Die comdirect*, finvesto* und fondsdiscount* bieten gute Depots für vermögenswirksamen Leistungen an.

5) Altersvorsorgewirksame Leistungen:

Eine besondere Art der vermögenswirksamen Leistungen stellen die sogenannten Altersvorsorgewirksamen Leistungen dar, kurz AVL oder AVWL. Hierbei erfolgt die Geldanlage direkt in Rentenprodukte, wie zum Beispiel die betriebliche Altersvorsorge oder einem Riester-Vertrag. Es gibt aber noch weitere Unterschiede zu den bereits erwähnten Anlagemethoden.

So gibt es für die AVWL keine Zulage vom Staat in Form der Arbeitnehmersparzulage. Ebenso ist die Laufzeit des Sparvertrags deutlich länger und erstreckt sich bis zum Renteneintritt. Bei manchen Arbeitgebern sind die AVWL vorgeschrieben und es gibt keine Möglichkeit in andere Anlagemethoden zu investieren. Deshalb sollte man sich diesbezüglich genauestens über die Anlagemöglichkeiten beim Arbeitgeber informieren.

Ein Vorteil der AVWL sind die Steuerersparnisse. Die Einzahlungen in die AVWL erfolgen nämlich direkt vom Bruttogehalt und senken damit das zu versteuernde Einkommen ebenfalls gibt es steuerliche Vorteile bei betrieblichen Altersvorsorgen. Passende Rentenprodukte für die AVWL findest du bei Cosmos direkt*.

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