Die 10 häufigsten Fehler bei Aktien – so handeln Anfänger korrekt

Die 10 häufigsten Fehler bei Aktien – so handeln Anfänger korrekt

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Sich Fehlern bewusst sein und dadurch Verluste vermeiden

Aller Anfang ist schwer, auch an der Börse. Gerade für neue Anleger ist die Börse ein großes Mysterium, das beängstigend erscheint, da man viele Fehler machen kann. Aber Börse muss nicht beängstigend sein, wenn man weiß welche Fehlerquellen es gibt und welche Fehler besonders Anfänger am häufigsten begehen. Wer sich den möglichen Fehlern bewusst ist, kann dementsprechend handeln und sein Trading an der Börse effizienter und lukrativer gestalten. Die häufigsten 10 Fehler von Anfängern sind im Folgenden beschrieben:
 

1. Fehlende oder mangelnde Recherche 

Wenn man in Aktien investiert dann gehört eine gründliche Recherche über das Unternehmen dazu. Denn ohne Recherche gleicht das Aktieninvestment eher einem Glücksspiel als einer klugen Investition. Es ist wichtig gute von schlechten Unternehmen zu unterscheiden um in Zukunft Gewinne mit der Aktie einzufahren. Denn der Aktienkurs steigt nur, wenn es dem Unternehmen gut geht und es wachsen kann. Für die Recherche, oder auch Fundamentalanalyse genannt, bedarf es gewisser betriebswirtschaftlicher Kenntnisse. Keine Sorge, du musst nicht BWL studiert haben um eine Fundamentalanalyse durchzuführen. Im Prinzip schaut man sich gewisse Kennzahlen der Bilanz an und kombiniert diese mit den Zukunftsaussichten der Branche. Auf welche Kennzahlen es dabei ankommt erfährst du in meinem Artikel „Die wichtigsten Kennzahlen von Aktien , die jeder kennen sollte“.

2. Wenig Geduld und Kurzfristigkeit

Wer mit Aktien das schnelle Geld verdienen möchte, der sollte eher mit Derivaten handeln. Beim CFD-Trading besteht die Möglichkeit mit Hebeln schnell viel Gewinn zu machen. Es muss aber auch gesagt werden, dass man genauso schnell alles wieder verlieren kann, wenn man nicht weiß was man tut.
Wer stattdessen normal Aktien an der Börse kauft, der sollte sich im Klaren sein, dass große Gewinne über Jahre anwachsen und nicht von heute auf morgen vom Himmel fallen. Natürlich gibt es auch Aktien die in wenigen Wochen +100% machen können, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Ein Aktieninvestment sollte daher für die Dauer von mehreren Jahren gedacht sein bis hin sogar für die Altersvorsorge. Viele Anleger verkaufen ihre Aktien viel zu früh, weil sie andere spannende Aktien gefunden haben oder mit dem bisherigen Gewinn zufrieden sind. Im schlechten Fall verkauft man die Aktie mit Verlust. Wenn man eine gute Fundamentalanalyse gemacht hat, dann gibt es keinen Grund eine Aktie zu früh zu verkaufen, es sei denn die Fundamentaldaten haben sich grundlegend geändert. Eine wichtige Rolle dabei spielen auch die Emotionen, die einen schnell verleiten können falsche Entscheidung zu treffen und Aktien zu früh zu verkaufen. Die Kontrolle der eigenen Emotionen ist daher auch wichtig.

3. Keine Risikostreuung

Um das allgemeine Risiko zu senken ist es wichtig, dass man die Positionen in seinem Depot breit streut. Das bedeutet, dass man möglichst viele verschiedene Aktien kaufen sollte. Die Diversifikation kann man in 2 Stufen betrachten. Die erste Stufe ist die Streuung innerhalb einer Branche. Dadurch macht man sich in einer Zukunftsbranche nicht abhängig von dem Erfolg eines Unternehmens. Denn auch in stark wachsenden, vielversprechenden Branchen kann ein bislang gutes Unternehmen durch schlechtes Management kaputt gehen. Die erste Stufe der Diversifikation ist also die Absicherung oder Minderung des Unternehmensrisikos.
Die zweite Stufe der Diversifikation ist die Absicherung gegen konjunkturelle Risken, also dem Risiko des Kursverlustes durch Rezessionen und Wirtschaftskrisen. Dafür ist es ratsam in krisensichere Branchen zu investieren, die relativ konjunkturunabhängig sind, wie zum Beispiel die Konsumbranche. Ein Beispiel für eine sehr konjunkturabhängige Branche wäre zum Beispiel die Halbleiterindustrie. Eine zweite Möglichkeit, die für fortgeschrittene Investoren ist, ist das sogenannte hedgen der eigenen Aktienanlagen. Das bedeutet, dass man sich gegen den Wertverlust bei fallenden Kursen schützt, indem man sogenannte Put-Optionsscheine kauft. Wie genau Optionen funktionieren erkläre ich in einem anderen Artikel.
Durch Streuung kann man das Risiko zwar nicht eliminieren, man kann dadurch aber in Krisenzeiten besser performen als der marktdurchschnitt. Man muss nicht ständig einen großen Anteil krisensicherer Branchen im Depot haben, es reicht auch wenn sich die Krise anbahnt das Depot umzuschichten hin zu krisensicheren Anlagen.

4. Keine Strategie und kein Risikomanagement

Oft hört man davon, dass man für das Anlegen in Aktien eine Strategie braucht. Aber wie genau sieht so eine Strategie aus? Zunächst einmal besteht die Strategie aus der Entscheidung, welche Investmentmethode man anwenden möchte. Hier gibt es verschiedene Varianten und die wohl bekanntesten ist das Value Investing, die Dividendenstrategie und die Trendfolgestrategie. Beim Value Investing investiert man in günstig bewertete Unternehmen. Dafür schaut man sich vor allem das Kurs-Gewinn-Verhältnis an und erfährt darüber Informationen, wie teuer oder günstig ein Unternehmen ist. Bei der Dividendenstrategie investiert man ausschließlich in Aktien, die eine stabile und hohe Dividende abwerfen und dies auch in der Zukunft tun werden. Bei der Trendfolgestrategie kauft man nur Aktien, die sich in einem gesunden Aufwärtstrend befinden, was man mit Hilfe der technischen Analyse beurteilen kann.
Der Zweite und eigentliche wichtigere Aspekt bei einer Strategie ist ein gutes Risikomanagement. Das besteht im Wesentlichen daraus zu wissen, wann man ein- beziehungsweise aussteigt bei einer Aktie. Besonders wichtig hierbei ist das sogenannte Stop-Loss, also ein Preislevel, bei dem die Position automatisch verkauft wird um größere Verluste zu verhindern. Wie man ein Stop-Loss richtig setzt definiert man anhand von bestimmten Preismarken im Chart, meist unterhalb von wichtigen Unterstützungslinien.

5. Blind Empfehlungen folgen

Ein weiterer Fehler den Anfänger oft machen ist sich blind auf Empfehlungen zu verlassen. Das kann von Freunden und Familie sein, aber auch vom Fernsehen oder Zeitschriften. Generell sollte man nie Aktien kaufen, nur weil jemand gesagt die Aktie sei gut und wird in der Zukunft durch die Decke gehen. Denn man kann nicht sicher sein ob die empfohlene Aktie auch gut recherchiert ist und wirklich Potential hat. Man sollte sich immer selbst informieren und zu einer eigenen Einschätzung kommen. Empfehlungen sind gut, um neue, spannende Aktien zu entdecken, aber die endgültigen Investitionsentscheidungen sollte auf Fundamentaldaten beruhen und nie alleine auf Mund zu Mund Propaganda.
 

6. Aktien zu teuer kaufen

Oft hört man von Aktien zum ersten Mal, wenn sie bereits einen großen Kursgewinn verbucht haben. Das Problem ist, dass solche Aktien dann meist eine viel zu hohen Bewertung haben. Besonders Anfänger verfallen dann der FOMO (Fear Of Missing Out) und kaufen in den Hype hinein, ohne zu erkennen, dass die Fundamentaldaten eigentlich gegen ein Kauf sprechen. Hilfreiche Kennzahlen um zu erkennen ob eine Aktie zu teuer ist, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV). Jedoch muss man erwähnen, dass teure Unternehmen durchaus auch lange teuer bleiben können, wenn ein großes Wachstum besteht, dass die hohen Bewertungen legitimiert.

7. Aktien zu früh verkaufen

Nehmen wir an, eine Aktie läuft gut und macht gute Kursgewinne, befindet sich also in einem gesunden Aufwärtstrend. Die Kursgewinne können dabei ordentliche Prozentzahlen erreichen und durchaus 40, 50 oder mehr Prozent erreichen. Viele Anfänger freuen sich natürlich über den Gewinn, aber verkaufen auch die Aktie, weil sie mit dem Kursgewinn zufrieden sind und Angst haben es wieder zu verlieren. Dabei verkaufen sie eventuell auch hochgradig lukratives Unternehmen was auch in der Zukunft noch viel größere Gewinne ermöglichen kann. An der Börse ist es wichtig Gewinne laufen zu lassen. Denn Märkte bewegen sich in Trends bis sie sich umkehren. Mit dem nötigen Wissen der Chartanalyse kann man erkennen wann sich ein Trend umkehrt und gibt dem Anleger so Gewissheit und Gelassenheit. Denn durch die technische Analyse weiß man, wann man verkaufen sollte und wann es zu früh ist. Geduld und ein langer Atem zahlen sich an der Börse aus. Hätte man zum Beispiel 1985 nur 1000€ in das Biotech-Unternehmen AMGEN investiert, hätte man heute mehr als 1 Millionen Euro.

8. Sich von den eigenen Emotionen lenken lassen

Wir treffen unsere Entscheidung Mal mehr Mal weniger emotional. Jedoch kann es beim Handel mit Aktien aber finanzielle Konsequenzen haben, wenn wir uns falsch von unseren Emotionen leiten lassen. Nicht nur Anfänger machen viele Fehler aufgrund von emotionalen Entscheidungen, sondern sogar erfahrene Trader handeln manchmal kopflos. Im Prinzip geht es um die beiden Grundemotionen Angst und Gier, die uns viel Geld kosten können. Denn Angst und Gier sorgen dafür, dass wir in den falschen Situationen kaufen und verkaufen. Sich nicht von Angst und Gier leiten zu lassen erfordert viel Disziplin und Klarheit über sich selbst. Wie man erfolgreich mit seinen Grundemotionen umgeht, erfahrt ihr meinem Artikel: „Warum Angst und Gier die größten Feinde unseres Geldes sind beim Investieren“.

9. Zu hohe Orderkosten

Ein wichtiger Aspekt, der aber leider oft vernachlässigt wird, sind die Orderkosten, die beim Aktienkauf und -verkauf entstehen. Viele Banken haben ziemlich hohe Ordergebühren und so zahlt man schnell 10€ pro Order und mehr. Besonders relevant sind die Ordergebühren, wenn man kleinere Summen investieren möchte, ich würde sagen wenn man weniger als 1000€ Orderwert handelt. Denn dann fressen hohe Orderkosten die Gewinne auf und man verliert Geld. Bei 1000€ Investment und Ordergebühren von 10€ pro Kauf und Verkauf, muss man bereits einen Gewinn von 2 % erzielen, um überhaupt auf null herauszukommen. Deshalb ist ein Depot-Vergleich wichtig und lohnenswert. Eine Übersicht über gute und günstige Depots findest du hier.
 

10. Auf Kredit Aktien kaufen

Jedes Investment ist einem gewissen Risiko ausgesetzt. So auch beim Aktienkauf! Auch wenn das Risiko scheinbar gering ist, so sollte man jedoch trotzdem nicht Aktien auf Kredit kaufen, denn Gefahr eines Kurssturzes es besteht immer. Schulden zu haben ohne den erhofften Mehrgewinn damit zu erzielen ist nicht nur ärgerlich, sondern wirft einen auch im Investmentplan zurück und man kann womöglich nicht wie erhofft früher in Rente gehen.

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