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Discounted Cash Flow Methode – Aktien bewerten mit dem DCF Rechner

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Was das Discounted Cashflow Methode Verfahren?

Beim Discounted Cashflow (oder kurz: DCF) handelt es sich um ein theoretisches Verfahren in der Investitionslehre, welches abgezinste Zahlungsströme beschreibt, die dem potenziellen Investor oder Eigentümer von Mitteln zukünftig zufließen. Auf Grundlage der perspektivischen Zahlungsströme kann bereits heute der Wert eines entsprechenden Investitionsobjekts wie beispielsweise einer Aktie oder einer Immobilie bestimmt werden. Das hinter dem DCF stehende, finanzmathematische Konzept wird auch als Discounted Cashflow Methode bezeichnet.

Die DCF-Methode umfasst verschiedene Verfahren, mit denen in der Unternehmens- und Investitionsplanung zukünftige Zahlungsüberschüsse als Grundlage zur Berechnung des heutigen Asset-Werts dienen können. Mithilfe der dem Investitionsobjekt gegenüberstehenden Kapitalkosten werden die zukünftigen Zahlungsströme dann diskontiert. Unter dem Begriff der Diskontierung ist der Abzug der perspektivischen Zinsvergütung zu verstehen, die durch das jeweilige Investitionsobjekt generiert werden können. Und zwar insoweit, als so ein realistischer Asset-Wert aus heutiger Sicht ermittelt werden kann.

Im deutschsprachigen Raum stellt die Discounted Cashflow Methode eines der wichtigsten Bewertungsverfahren im Bereich der Unternehmensbewertung dar. Gleichzeitig kann die Methode aber auch zur Bewertung eines fairen Aktienpreises oder jenes anderer Investitionsobjekte herangezogen werden. In den nun folgenden Abschnitten sollen dem Leser daher einmal alle relevanten Informationen rund um die Thematik der Discounted Cashflow Methode und deren verschiedene Berechnungsvarianten mit auf den Weg gegeben werden.

Hintergründe zur Discounted Cashflow Methode

Studien zeigen, dass erste, ähnliche Berechnungen im Bereich der Discounted Cashflow Methode bereits im alten Ägypten sowie bei den Babyloniern angewandt worden sind. Weshalb die Geschichte des Discounted Cashflows wohl bereits vor einigen tausend Jahre beginnt.

Die offizielle Geschichte der Discounted Cashflow Methode geht auf das Jahr 1938 zurück, in welchem diese erstmals in einer schriftlichen Ausführung des US-amerikanischen Ökonomen John Burr Williams namens „The Theory of Investment Value“ erwähnt wurde. Die Aufzeichnungen an sich existierten bereits seit dem Jahre 1929, waren bis dahin im Zuge des damaligen Börsencrashs jedoch einem SEC-Mandat unterstellt.

Die dahinterstehende Theorie existierte jedoch schon viel länger: Bereits in der frühindustriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert wurden erste Berechnungsmethoden im Bereich der Discounted Cashflow Theorie für die Finanzplanung von Industrieanlagen angewandt. Nach seiner Wiederbelebung durch Burr in den 1930er-Jahren erfuhr die Discounted Cashflow Methode jedoch erst ab den 1960er-, beziehungsweise 1980er-Jahren weitgehende Akzepttanz bei öffentlichen Verwaltungsstellen sowie bei Gerichten. Beispielsweise begannen US-Gerichte erst in den 1980er-Jahren mit der Verwendung der Discounted Cashflow Methode.

 

Die Begriffe Abzinsung und Kapitalwert einmal kurz erklärt

Die Begriffe Abzinsung und Kapitalwert stellen zwei wichtige Komponenten der Discounted Cashflow Methode dar. Bei der Abzinsung handelt es sich um ein finanzmathematisches Verfahren, bei dem eine gegenläufige Verzinsung eines Wertes vorgenommen wird. Es wird also der zukünftige Wert genommen und dieser rückwärts verzinst. Ein kleines Rechenbeispiel soll darüber Klarheit verschaffen:

Wert eines Anlageobjekts in 5 Jahren: 5.000,00 Euro

Zinssatz: 5,00 Prozent

Durch die Abzinsung kann nun der heutige Wert des Anlageobjekts bestimmt werden:

Wert des Anlageobjekts heute: 5.000,00 Euro / 1,05 ^ 5 = 3.917,63 Euro

Ein Anlageobjekt, welches in 5 Jahren einen Wert in Höhe von 5.000,00 Euro aufweist und mit 5,00 Prozent pro Jahr rentiert, weist heute einen Wert in Höhe von 3.917,63 Euro.

Der Begriff des Kapitalwerts beschreibt nun den letzteren Wert, also den heutigen Wert des Anlageobjektes in Höhe von 3.917,63 Euro. Grundsätzlich ergibt sich der Kapitalwert (oder auch: „Kapitalbarwert“ genannt) aus der Summe der auf den gegenwärtigen Zeitpunkt abgezinsten Erfolge eines Anlageobjekts. Dabei gilt: Je eher Sie als potenzieller Anleger über das Geld verfügen können, desto mehr Wert besitzt es, da es unter Umstände hochverzinslicher investiert werden könnte.

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So wird die Discounted Cashflow Methode berechnet

Die wichtigste Frage für die Anwendung der Discounted Cashflow Methode: Wie wird die DCF berechnet?

Für die Berechnung des jeweiligen Asset-Werts mittels der Discounted Cashflow Methode benötigen Sie als potenzieller Investor zunächst folgende Kennzahlen:

  • Die prognostizierten Cashflows des entsprechenden Anlageobjekts in Zukunft (zum Beispiel in Form von Wertsteigerungen, Zinsen, Dividenden oder Mieten) (4)
  • Den Diskontierungszinssatz (damit können die Renditen des Anlageobjekts oder alternativer Anlageformen gemeint sein)

 

Cashflows, die erst in Zukunft realisiert werden, werden heute entsprechend niedriger gewichtet. Lassen sich durch eine Immobilie in 10 Jahren beispielsweise 1.000 Euro Mieteinnahmen pro Monat realisieren, beläuft sich deren heutiger Kapitalwert auf deutlich weniger als 1.000 Euro.

Für die Berechnung des DCF gibt es bisweilen verschiedene Berechnungsvarianten: die Entity Berechnungsmethode und die Equity Berechnungsmethode. Alternativ könnten diese auch als die Brutto-, beziehungsweise die Netto-Methode bezeichnet werden. Beide Methoden sollen in den folgenden Abschnitten einmal näher erklärt werden.

 

Die Entity Berechnungsmethode

Bei der Entity Methode wird eine vollständige Eigenfinanzierung des jeweiligen Assets unterstellt, weshalb diese vielerorts auch als „Brutto-Methode“ bezeichnet wird. Der Wert des Eigenkapitals ist somit mit dem Gesamtwert des Assets identisch. Im Rahmen der Unternehmensbewertung werden bei der Entity Methode nur betriebsnotwendige Vermögen bewertet (5). Alle übrigen Posten werden zum Marktwert bewertet. Entsprechend werden bei dieser Variante nur Posten hinzugezogen, die einen tatsächlichen Einfluss auf den steigenden Unternehmens- (oder Asset-)Wert aufweisen.

 

Die Equity Berechnungsmethode

In der Praxis deutlich unkomplizierter erscheint da schon die Equity Methode, die vielerorts auch als „Netto-Methode“ bezeichnet wird. Bei dieser Berechnungsvariante ist die Berechnung des Cashflows auf das Eigenkapital entscheidend. Dabei kann es sich beispielsweise auch um Eigenkapitalgeber einer Aktiengesellschaft handeln. Gleichzeitig kann es sich beim Cashflow aber auch um Zahlungen handeln, die auch Fremdkapitalgebern zugänglich gemacht werden.

 

So werden Aktien mit der Discounted Cashflow Methode bewertet

Im Bereich der Aktienanalyse stellt die Discounted Cashflow Methode eine der wichtigsten Tools zur Berechnung eines „fairen Aktienwerts“ dar. Speziell Investoren, die nach Value-Investing-Ansatz investieren, nutzen gern die DCF-Methode.

Die erwarteten Zahlungsströme einer Aktie können sich aus deren Dividenden oder Kurssteigerungen generieren. Die Bewertungsmethode der DCF zinst nun die künftig erwarteten Zahlungsströme auf den heutigen Wert ab. Herangezogen werden dabei zunächst der Cashflow pro Aktie sowie der Abzinsungsfaktor. Das folgende Beispiel soll dies einmal verdeutlichen:

Cashflow im Jahr 1 = 50,00 Eur

Cashflow im Jahr 2 = 75,00 Euro

Cashflow im Jahr 3 = 100,00 Eur

Abzinsungsfaktor = 9,00 Prozent (durchschnittliche Marktrendite am Aktienmarkt)

dcf rechner formel

DCF = (Cashflow im Jahr 1 / (1 + Zinssatz)) + (Cashflow im Jahr 2 / (1 + Zinssatz)^2) + (Cashflow im Jahr 3 / (1 + Zinssatz)^3)

DCF = 45,87 Euro + 63,13 Euro + 77,22 Euro = 186,22 Euro

 

Die jeweilige Aktie bietet im Verlauf der nächsten drei Jahre also einen Cashflow in Höhe von 186,22 Euro, verglichen mit deren heutigen Kapitalwert. Dies entspräche dem fairen Wert der betreffenden Aktie.

Deutlich einfach ist dieses Konstrukt natürlich, wenn die Erträge der etwaigen Aktie innerhalb der nächsten Jahre stabil sind. Dann kann wiederum folgende Formel angewandt werden:

Interaktiver DCF Rechner:

So werden Bitcoin mit der Discounted Cashflow Methode bewertet

Beim reinen Bitcoin ist die Discounted Cashflow Methode bisweilen noch nicht anwendbar, da es sich beim Bitcoin um ein reines Spekulationsobjekt handelt, welches de facto keinerlei Erträge generiert. Anders sieht die Sache jedoch auf dem dezentralen Finanzmarkt (oder auch: DeFi) aus. Dort können Bitcoins und auch andere Coins gegen einen individuellen Zinssatz verliehen werden. Eine Thematik, die auch im Bereich des „Liquity Minings“ zum Einsatz kommt. Sobald mit einem Bitcoin entsprechend Erträge in Form von zum Beispiel Krypto-Zinsen erzielt werden können, können Berechnungsmethoden wie DCF auch dafür verwendet werden.

Nimmt man den Abzinsungsfaktor von Bitcoins zurate (aktuell können auf dem Krypto-Markt zwischen 2,00 und 20,00 Prozent Zinsen erzielt werden), so ergeben sich stellenweise große Abweichungen bei der Berechnung eines fairen Bitcoin-Preises.

Ansonsten funktioniert die Discounted Cashflow Methode bei Bitcoins (die in Form von DeFi oder Krypto-Lending Erträge generieren) natürlich ebenso wie bei Aktien oder Unternehmen und kann entsprechend auch hier angewandt werden.

 

Fazit zum Thema Discounted Cashflow Methode

Mit der Discounted Cashflow Methode können Sie den fairen Wert eines individuellen Investitionsobjekts, gemessen an deren zukünftigen Erträgen, also sehr genau bestimmen. Diese Methode gilt daher im Bereich der Unternehmensbewertung als Goldstandard, kann aber auch bei individuellen Aktienbewertungen oder mittlerweile auch im Bereich der Kryptowährungen zum Einsatz kommen. Wichtig ist dabei nur, dass das zu bewertende Anlageobjekt einen regelmäßigen Cashflow in Form von Zinsen, Dividenden, Mieten oder anderweitigen Kapitalerträgen generiert.

Als Abzinsungszinssatz (oder auch: Diskontierungszinsatz) kann entweder die marktübliche Rendite oder aber der Anlageobjekt-spezifische Zinssatz gewählt werden. Je nachdem, ob nur reines Eigenkapital oder auch Fremdkapital zum Einsatz kommt, kann zwischen der Entity und der Equity Berechnungsvariante gewählt werden. Deshalb ist die DCF-Methode für Privatanleger, als auch für institutionelle Anleger gleichsam geeignet. Berechnet sich durch die DCF-Methode ein heutiger Kapitalwert unterhalb des ausgewiesenen Preises, so ist das entsprechende Asset unterbewertet. Markiert der Preis eines Assets hingegen oberhalb des durch die DCF-Methode berechneten Wertes, so ist dieses überbewertet.

Oftmals stellt die Abzinsung zukünftiger Cashflows ferner die einzige Möglichkeit dar, einen fairen, intrinsischen Wert eines Anlageobjekts zu bestimmen. Die Discounted Cashflow Methode dient Ihnen als potenzieller Investor daher als wichtige Stütze zum Treffen von erfolgreichen Investmententscheidungen. Gleichzeitig wird die Discounted Cashflow Methode mittlerweile auch von öffentlichen Instanzen als gängige Wertermittlungsmethode angewandt.

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