ETF: Infos, Auswahl, kaufen, Sparplan

ETF: Infos, Auswahl, kaufen, Sparplan

Dieser Artikel soll dir helfen ETFs zu verstehen und entscheiden, ob sie ein geeignetes Investment für dich sind oder nicht. Im Verlauf findest du die häufigsten Fragen und Antworten für Anfänger rund um das Thema ETF.

Was sind ETFs?

Der Begriff „ETF“ ist eine Abkürzung und steht für „Exchange Traded Funds“. Wie der Begriff schon vermuten lässt, ist ein ETF ein an der Börse gehandelter Investmentfonds. Im Gegensatz zu klassischen Fonds, die aktiv gemanagt werden, werden ETFs passiv gemanagt. Ein ETF bildet meist einen Aktien-Index oder eine ganze Branche ab, weshalb ETFs gern auch als Indexfonds bezeichnet werden. So gibt es beispielsweise ETFs auf Indizes wie den DAX, Dow Jones oder dem S&P500, aber es gibt auch ETFs auf Branchen wie zum Beispiel die Automobilbranche, den Biotech-Sektor oder sogar einen ETF auf Wasserstoff-Aktien. Wahrscheinlich wird es auch in der Zukunft ETFs auf Kryptowährungen geben, das befindet sich jedoch gerade in der Prüfung der Aufsichtsbehörden. Der bekannteste und einer der größten ETFs ist der MSCI-World, der über 1600 Aktien aus 23 Ländern abbildet. Ein ETF auf Indizes, wie zum Beispiel ein DAX-ETF, bildet den Index 1-zu-1 nach. Das bedeutet, ist die Aktie von Daimler im DAX mit 5% gewichtet, so sind im ETF ebenfalls 5% Daimler-Aktien enthalten. Bei Branchen-ETF wird die Zusammensetzung vom Emittenten des ETF festgelegt und muss individuell nachgelesen werden.

Physische und synthetische ETFs:

Es gibt prinzipiell 2 Arten von ETF: den physischen und synthetischen ETF. Ein physischer ETF weist die besagte 1-zu-1 Nachbildung eines Indizes auf. Das heißt bei einem physischen ETF liegen „echte“ Aktien zugrunde, die im Rahmen des ETFs gekauft und verkauft werden müssen. Das kann Probleme mit sich bringen, falls der Markt nicht liquide genug ist oder falls es zu wenige Aktien auf dem Markt gibt. Ein synthetischer ETF enthält neben Aktien auch Derivate, sogenannte Swpaps, und wird deshalb als synthetisch bezeichnet, weil Derivate sich nur an dem Preis des Basiswerts orientieren (also am Preis der Aktie), aber keine „echte“ Aktie sind. Synthetische ETFs eignen sich vor allem für illiquide und schwer zugängliche Märkte, wie zum Beispiel China.

Welche Gebühren fallen bei ETFs an?

Da ETFs passiv gemanagt werden und kein aktiver Fond-Manager bezahlt werden muss, halten sich die kosten für ETF gering. Belaufen sich die jährlichen Verwaltungskosten bei klassischen Fonds auf bis zu 2%. Die Verwaltungskosten für ETFs belaufen sich pro Jahr lediglich auf circa 0,30%, abhängig vom ETF. Darüber hinaus fallen lediglich die Ordergebühren bei Kauf oder Verkauf an, die je nach Broker unterschiedlich sind. Die Ordergebühren kann man umgehen, indem man einen Sparplan auf einen ETF macht. Hat man so einen monatlichen Sparplan, fallen die üblichen Ordergebühren weg. Viele Sparpläne haben keine Gebühren, aber das muss bei jeder Bank individuell nachgeschaut werden.

Bekomme ich für meine ETF-Anteile auch Dividende?

Kurz gesagt, ja! Besitzer von ETFs erhalten auch die Dividende. Es gibt auch spezielle Dividenden-ETFs, die sich an Unternehmen orientieren, die hohe Dividenden zahlen. Die Höhe der Dividende, die man bekommt, ist natürlich abhängig davon, wie viel das Unternehmen ausschüttet. Ein weiter Faktor ist dann noch die Gewichtung dieses Unternehmens im ETF. Nicht zu vergessen natürlich, wie viele Anteile man vom ETF selber besitzt. Dazu kommen noch Gebühren und Steuern, die von der Dividende abgezogen werden. Die Dividende, die man am Ende erhält, ist also ein Produkt aus Anzahl der Anteile, Gewichtung, Gebühren und Steuer.

Welche Vorteile und Nachteile haben ETFs?

Vorteile von ETFs:

  • Geringe Kosten durch niedrigere Verwaltungsgebühren
  • Lohnenswerte Anlage für kleine, monatliche Beträge
  • Kein Ausfallrisiko, da ETFs als Sondervermögen gelten, das bei einer Insolvenz des ETF-Emittenten erhalten bleibt
  • Risikostreuung durch breit aufgestellte ETFs
  • Investieren in sonst schwer zugängliche Märkte (z.B. China, Schweiz)
  • Transparenz der ETFs und ihrer Zusammensetzung

Nachteile von ETFs:

  • Allgemeines Marktrisiko, wie bei Aktien, abhängig von wirtschaftlichen Faktoren
  • Risiko von Zinsänderungen, vor allem bei ETFs auf Anleihen
  • Wechselkursrisiko bei ETFs, die fremde Währungen oder Auslands-Aktien enthalten

Für wen sind ETFs geeignet?

ETFs sind für diejenigen eine gute Wahl, die in einer Branche nicht in einzelne Unternehmen investieren möchten, sondern auf viele Werte setzen wollen. Durch diese Diversifikation wird auch das Risiko gesenkt und man profitiert breit von Erfolg einer Branche oder Landes. Ebenfalls sinnvoll sind ETFs für Leute, die monatlich nur wenig freies Kapital haben, dass sie investieren können. Bei Investments in Aktien die kleiner als 1000€ sind, schlagen die Ordergebühren doch stark zu Buche. Hier sind ETFs mit günstigen Sparplänen sinnvoller. Diese monatlichen Sparpläne kann man bereits ab 25€ monatlich anlegen und enthalten oft nicht die teuren Ordergebühren. Viele sehen ETFs auch als Teil ihrer Altersvorsorge an, die sie mit besagten Sparplänen ausführen. Kontinuierliche Sparpläne die über Jahrzehnte ausgeführt werden minimieren zusätzlich das Risiko von Kursschwankungen durch den Cost-Average-Effekt, wenn man davon ausgeht, dass die Märkte langfristig steigen.

Wie wähle ich einen guten ETF aus?

Es gibt eine Reihe von Kriterien, die bei der Wahl eines ETFs berücksichtigt werden müssen. So sollten ETFs ein bestimmtes Volumen aufweisen, um nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, dass der ETF liquidiert und geschlossen wird. Mit dem Volumen eines ETF einhergeht die Liquidität. ETFs mit hoher Liquidität haben geringe Spreads, also geringe Unterschiede zwischen dem besten Kaufgebot und dem günstigsten Verkaufsgebot.

Das Alter eines ETFs kann hilfreich sein, um ihn mit Konkurrenzprodukten besser vergleichen zu können. Dabei gilt, je älter, desto mehr Daten, desto besser der Vergleich.

Emittenten von ETFs sind verpflichtet die laufenden Kosten des ETF anzugeben. Zu den Kosten zählen unter anderem Verwaltungsgebühren, Lizenzgebühren, Vertriebsgebühren und Swap-Gebühren bei synthetischen ETF. Auch Transaktionskosten können anfallen, sofern der ETF sein Portfolio umschichten muss, weil beispielsweise ein Unternehmen in den DAX aufgestiegen ist und ein anderes abgestiegen.

Den Kosten steht natürlich die Wertentwicklung des ETF gegenüber und ist einer der wichtigsten Auswahlkriterien für ETFs. Die Wertentwicklung sollte dabei über möglichst lange Zeiträume mit dem abgebildeten Indize, aber auch mit Konkurrenz-ETF verglichen werden. Ein ETF sollte sich möglichst gleich zu seinem abgebildeten Index bewegen. Ein Maß für die Güte dieser parallelen Wertentwicklung ist die sogenannte Tracking-Qualität oder auch Replikationsgüte. Diese gibt an, inwieweit sich der ETF mit dem Index mitentwickelt hat.

Ein wichtiges Thema ist auch der Steuerstatus des ETF. Seit dem 1. Januar 2018 werden nach dem Investmentsteuergesetz alle ETFs gleichwertig besteuert. Dennoch gibt es teilweise sogenannte Teilfreistellungen. Diese gelten oft für Aktienfonds (mind. 51% Aktien) und Mischfonds (mind. 25% Aktien).

Ein weiterer Faktor ist das Fondsdomizil, also in welchem Land der ETF aufgelegt wurde. Dieser kann wichtig werden, wenn es darum geht die Quellensteuer zu sparen.

Für Anleger, die auf eine Dividende aus sind, für die ist die Ertragsverwendung wichtig. Es gibt ausschüttende und thesaurierende ETFs. Bei thesaurierenden ETFs werden im Gegensatz zu den ausschüttenden ETFS die Erträge aus Zinsen und Dividende nicht an die Anleger ausgeschüttet, sondern fließen in den ETF.

Der Fondsanbieter ist auch von Interesse. Hier sollte man auf Transparenz und Kundenservice achten. Auf der Homepage des Fondsanbieters sollten Factsheets von den ETFs zur Verfügung stehen, um eine eigene Recherche zu ermöglichen.

Nach der Durchsicht der Kriterien geht es nun um den Kauf und dort spielen die Handelskosten eine Rolle. Die Handelskosten für ETFs können sich dabei von Bank zu Bank unterscheiden. Hier ist es sehr lohnenswert, Depots zu vergleichen, um die Kosten gering zu halten. Ebenso gilt es die Möglichkeit von Sparplänen auszuloten, die sich ebenfalls von Bank zu Bank unterscheiden.

Wie kann ich ETFs kaufen und verkaufen?

Bevor man ein ETF kaufen kann, benötigt man, wie bei Aktien auch, ein Depot. Wie bereits erwähnt, lohnt sich ein Vergleich von Depot-Banken. Einige gute Depot-Banken findest du hier. Wurde das Depot eröffnet, so kann der ETF mittels der Wertpapierkennung „WKN“ und der gewünschten Anzahl an Anteilen online gekauft werden. Der Kauf geschieht innerhalb von wenigen Minuten. Erstellt man eine einzelne Order, so fallen die klassischen Ordergebühren an, die man bereits aus dem Aktienhandel kennt. Die Ordergebühren kann man umgehen, indem man einen Sparplan erstellt. Der ausgewählte ETF sollte natürlich sparplanfähig und bei der Bank verfügbar sein. Je nach Börse an dem dann der ETF gekauft fallen dann noch die Börsengebühren an. Die Höhe des monatlichen Sparplans kann individuell online im Broker jederzeit angepasst werden. ETFS können nur an der Börse gekauft werden und nicht beim ETF-Anbieter direkt.

Einen ETF zu verkaufen funktioniert wie bei Aktien ganz einfach online in wenigen Klicks. Man kann auch nur einen Teil der Anteile verkaufen. Beim Verkauf fallen jedoch die Ordergebühren der Depot-Bank an.

Was muss ich bei ETFs für die Steuererklärung beachten?

Wenn man im Besitz von ETFs ist, dann muss man sich mit bestimmten Steuern auseinandersetzen. Wie bei Aktien auch fällt bei Gewinnen aus ETFs die Abgeltungssteuer an. Diese beläuft sich auf 25% des Gewinns. Auf diesen Anteil fallen dann noch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Wichtige Änderungen gab es auch 2018 mit der Investmentsteuerreform, in der alle ETFs vor dem Fiskus gleichgestellt wurden. Außerdem wurden Änderungen bei der Vorabpauschale, Teilfreistellung und Basisertrag durchgeführt. Deshalb sollte sich jeder ETF-Besitzer sich schlaumachen oder gegebenenfalls einen Steuerberater aufsuchen.

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