Erfahrungsbericht flatex Depot: hohe Gebühren aber guter Service

Bereits im Jahre 1999 unter dem Namen PRE.IPO AG gegründet, existiert der Flatex Online-Broker erst seit 2006 unter der heutigen Firmierung. Erst im Jahre 2014 folgte dann die Umfirmierung in die FinTech Group AG, zu der der Flatex Broker bis heute gehört.

Im Angebotsspektrum des im hessischen Frankfurt am Main ansässigen Brokers steht vor allem das Online-Brokerage-Geschäft über das eigene Depot des Flatex Online Brokers, welches privaten und institutionellen Anlegern einen unkomplizierten und kostengünstigen Zugang zu weltweiten Handelsplätzen bietet.

Der Name Flatex an sich ist ein Kofferwort aus den beiden Begrifflichkeiten Flat (also pauschal) und Execution (für Ausführung oder Orderplatzierung). Daraus leitet sich auch das Geschäftsmodell von Flatex ab: Der potenzielle Anleger zahlt hier volumenunabhängige, fixe Beträge für den Wertpapierhandel über das Flatex Depot. Mit einem Kundenstamm von weit über 200.000 Nutzern sowie einem verwalteten Depotvolumen in Höhe von rund 7,5 Milliarden Euro zählt Flatex im DACH-Raum (also Deutschland, Österreich, Schweiz) zu einem der größten Online Broker überhaupt.

Gehandelt werden können über den Broker verschiedene Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien, ETFs sowie Anleihen, Optionen und Zertifikate (seit Neuestem auf Bitcoin-Zertifikate). Weiterhin stehen das kostenlose Demokonto, die Flatex Akademie sowie Wikifolio und mobil Aktien handeln im Leistungsangebot des Flatex Brokers. Wir haben uns das Depot von Flatex im Rahmen unseres unabhängigen Depot-Tests für Sie daher einmal näher angeschaut.

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Welche Konditionen und Gebühren hat das Depot von Flatex?

Grundsätzlich fallen für die Unterhaltung des Depots beim Flatex Broker exakt 0,10 Prozent als Depotführungsgebühren per annum an. Entscheidend für die Berechnung der monatlich fälligen Depotführungsgebühren ist dabei der etwaige Depotbestand zum letzten Bankarbeitstag eines Monats – wer also über einen Depotbestand in Höhe von 100.000 Euro verfügt, der muss beispielsweise 100 Euro Depotführungsgebühren pro Jahr an Flatex entrichten.

Für die Unterhaltung des Verrechnungskontos fallen zwar selbst keinerlei Kosten oder Gebühren an, jedoch verlangt Flatex seit März 2019 einen Negativzins auf Guthaben in Höhe von 0,50 Prozent.

Für die Thematiken günstig Aktien kaufen oder ETF kaufen gelten beim Flatex Broker die bekannten Gebühren in Höhe von 5,90 Euro Orderprovision (Orderflat) je Orderausführung – hierzu kommen jedoch noch die entsprechenden Börsengebühren dazu, die bei inländischen Börsen beispielsweise 0,87 Euro betragen und bei ausländischen Handelsplätzen 0,00 Euro. Die Orderprovision beim Handel über ausländische Handelsplätze beläuft sich im Schnitt auf 15,90 Euro.

Aufpassen sollten Anleger vor allem bei Dividendenausschüttungen: Hier verlangt Flatex bei Ausschüttung bis 15,00 Euro Gegenstandswert Gebühren in Höhe von 1,50 Euro, ab 15,00 Euro Gegenstandswert sogar satte 5,00 Euro an Gebühren.

Über sparplanfähige ETFs: Hier bietet Flatex eine nahezu unerschöpfliches Angebot, bestehend aus über 360 ETFs, die allesamt über Sparpläne bespart werden können. In puncto Sparpläne können potenzielle Anleger bei Flatex ab 1,50 Euro pro Sparplanausführung in den langfristigen Vermögensaufbau einsteigen. Das Investieren über das Depot von Flatex gestaltet sich also vor allem für regelmäßiger Sparer als günstig.

Wer sich zudem für einen Depotübertrag zum Flatex Broker entscheidet, der kann überdies lukrative Wechselprämien in Empfang nehmen. So bietet Flatex aktuell Barprämien ab 10.000 Euro Depotübertrag (50 Euro Barprämie) bis maximal 500.000 Euro Depotübertrag (1.000 Euro Barprämie) und legt in jedem Fall noch 10 zusätzliche Freetrades zu den Barprämien obendrauf.

Wie sicher ist flatex?

Für sichere Transaktionen setzt der Flatex Broker mit seinem Depot auf das beliebte iTan-Verfahren – so können Anleger mit der sogenannten iTANCard online über das Depot handeln. Zusätzliche Sicherheit wird vor allem durch die zuständigen Regulierungsbehörden geboten. Die für Flatex zuständige BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) stellt zum einen die getrennte Buchführung zwischen Firmen- und Kundenvermögen sicher und sorgt zudem dafür, dass der Broker die europäischen Einlagensicherungsrichtlinien einhält. Über diese sind Kundeneinlagen bis mindestens 100.000 Euro je Anleger vor einer Insolvenz des Brokers geschützt.

Eine Mitgliedschaft beim Bundesverband deutscher Banken und die damit verbundene Einlagensicherung in Höhe von 3,7 Milliarden Euro pro Kunde, wurde jedoch im Jahre 2015 aufgrund zu hoher Mitgliedsgebühren aufgekündigt. Wir stufen das Investieren über Flatex und sein Depot aber dennoch als sehr sicher und vor allem als seriös ein, da es alle gängigen Standards auf dem Markt bestens erfüllt.

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Wie funktioniert die Eröffnung des Depots?

Für die Depoteröffnung beim Flatex Broker müssen Sie als potenzieller Neukunde sich hierfür zunächst die Depoteröffnungsunterlagen auf der Flatex-Webseite herunterladen. Diese enthalten ein 15-seitiges Formular, in welchem zum einen persönliche Kontaktdaten wie zum Beispiel Ihre E-Mail-Adresse, Ihre Wohnanschrift sowie Ihre Telefonnummer abgefragt werden sowie zum anderen noch individuelle Trading-Erfahrungen von Ihnen angegeben werden müssen.

Letztere Informationen dienen zur Erstellung eines individuellen Risikoprofils. Der entsprechende Test zur Ermittlung Ihrer Risikoklasse dauert im Schnitt rund 30 Minuten und hat die Einteilung in die Risikoklassen A (für konservativ) bis E (für hochspekulativ) zum Ziel.

Ist beides erledigt, müssen die ausgefüllten Depoteröffnungsunterlagen noch von Ihnen verifiziert werden. Dafür können Sie bei Flatex entweder das gängige Post-Identifikationsverfahren von der Deutschen Post AG oder aber das Flatex-Video-Identifikationsverfahren nutzen – in beiden Fällen müssen Sie jedoch gültige Ausweisdokumente wie zum Beispiel Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass vorlegen. Nach der erfolgreichen Verifikation Ihrer Eröffnungsunterlagen gehen die Daten noch einmal zur Prüfung an den Flatex Broker, der dann bereits nach wenigen Tagen die Eröffnung Ihres neuen Flatex-Depots vornimmt.

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Wie ist die Benutzerfreundlichkeit bei Flatex?

Für Kundenanliegen steht dem Nutzer von Flatex ein Kundenservice via Telefon zur Verfügung, der von Montag bis Freitag zwischen 8 und 22 Uhr erreicht werden kann. Darüber hinaus besteht in puncto Kundenservice noch die Möglichkeit, den Broker über das E-Mail-Kontaktformular auf der Flatex-Webseite zu kontaktieren – in der Regel wird hier innerhalb weniger Stunden geantwortet. Weitere Informationen erhält der potenzielle Kunde von Flatex über deren Social-Media-Plattformen.

Ebenso für eine großartige Benutzerfreundlichkeit steht zudem das reichhaltige Schulungsangebot im Rahmen der Flatex Akademie, die den Nutzer von Flatex mit zahlreichen, kostenlosen Webinaren sowie Anlagestrategien versorgt – hier wird auch der Umgang mit Trading-Sginalen geschult. Weiterhin können Trader bei Flatex auch jederzeit die Musterportfolios von Wikifolio handeln, beziehungsweise Kommentare im Rahmen von Social-Trading über Flatex einsehen. Das Handling mit der Handelsplattform an sich, dem MetaTrader4 ist einfach und intuitiv bedienbar, jedoch in hektischen Märkten teilweise stockend.

Welche Vorteile besitzt das Depot von Flatex?

Besonders vorteilhaft empfinden wir, dass Flatex eine kostengünstige Orderflat mit nur 5,90 Euro Orderprovision pro Trade im außerbörslichen Direkthandelt anbietet. Weiterhin gefällt uns auch die Tatsache, dass der Flatex Broker die fortschrittliche MetaTrader4-Handelsplattform nutzt, die für Neulinge und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet ist. Wer zudem erst Erfahrungen im Handel mit Wertpapieren sammeln möchte oder seine individuellen Handelsstrategien testen möchte, der kann zudem auf das umfassende Angebot im Rahmen des kostenlosen Flatex Demokontos zurückgreifen. Flatex bietet im Gegensatz zu vielen anderen Broker nein sehr interessantes Schulungsangebot an.

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Gibt es Nachteile bei dem Depot von Flatex?

Uns gefielen leider nicht die recht happigen Depotführungsgebühren sowie der Negativzins auf sich auf dem Verrechnungskonto befindliche Guthaben. Weiterhin wirkt die Handelsplattform von Flatex gerade in hektischen Märkten stellenweise überfordert. Besonders ärgerlich sind die Gebühren für Dividendenausschüttungen, da die allermeisten Broker hierauf verzichten. Aus diesen Gründen ist flatex insgesamt ein doch recht teurer Online-Broker.

Fazit und Meinung zum Depot von Flatex:

Zwar überzeugte uns das riesige Handelsangebot an Aktien, ETFs sowie Fonds, Optionen und Bitcoin-Zertifikaten, jedoch war die Kosten für Depotführung und Handel stellenweise recht hoch. Weiterhin konnte die fortschrittliche, aber dennoch anfälliger Handelssoftware in hektischen Zeiten nicht voll und ganz überzeugen. Wer jedoch Wert auf das umfassende Schulungsangebot von Flatex und den zuverlässigen Kundenservice und individuelle Beratungen legt, der ist hier bestens aufgehoben. Wir würden den Broker (mit einigen Abstrichen) daher dennoch unerfahrenen, als auch erfahrenen Anlegern und Tradern empfehlen.

Bewertung für das flatex Depot:

Gebühren:

Nutzerfreundlichkeit:

Service:

Gesamt:

1/5
3.5/5
5/5
3/5
144x178
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