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Aktienanalyse Tesla – Chartanalyse und Fundamentalanalyse

  • Beitrags-Kategorie:Aktienanalyse

Unternehmensgeschichte von Tesla:

Tesla-Boss Elon Musk ist kein Mann großer Worte, er lässt lieber Taten sprechen. „Germany rocks“, kommentierte er denn auch nur knapp im August 2020 den unglaublich rasanten Baufortschritt seiner „Gigafactory 4“ beim ersten Besuch in Grünheide bei Berlin. Wo Anfang Januar 2020 noch grüne Wiese war, schossen schon acht Monate später die gewaltigen Rohbauten der Fabrik in den Himmel, in der ein Jahr später die Produktion anlaufen soll. Der Tesla-Chef denkt groß: Im Vollausbau sollen hier einmal bis zu 40.000 Menschen beschäftigt werden und bis zu 500.000 Elektroautos jährlich bauen.

Angefangen hat alles 2003, als die Ingenieure Martin Eberhard und Marc Tarpenning die Tesla Motors im kalifornischen Palo Alto ins Leben riefen und mit einem kleinen, elektrisch betriebenen Roadster eine automobile Revolution in Gang setzten. Die drei weiteren Gründungsmitglieder waren Ian Wright, J. B. Straubel sowie Elon Musk, der 6,5 Millionen Dollar ins Unternehmen einbrachte. Musk, zunächst Chairman der jungen Company, ist heute der weltweit bekannte CEO des nach Elektropionier Nikola Tesla benannten Unternehmens.

Am 29. Juni 2010 ging Tesla an die Börse und sammelte mit dem Going Public 226 Millionen US-Dollar ein. Der Ausgabepreis der Tesla Aktie lag bei 17 US-Dollar. Wer damals gekauft hat, durfte sich in den vergangenen zehn Jahren über durchschnittlich 400 Prozent Wertzuwachs jährlich freuen.

Neben Autos, aktuell sind es vier Modelle, produzieren die Kalifornier auch Solarpanels und bietet die passenden Speicherlösungen und Batteriezellen für die Sonnenenergie an. Musks Vision für Tesla ist nicht weniger, als den Wandel einer auf Verbrennungsmaschinen basierenden Ökonomie, hin zu einer solar-elektrischen Wirtschaft mitzugestalten.

Nur elf Jahren nach der Gründung hatte das Unternehmen bereits einen globalen Marktanteil von 17 Prozent bei elektrisch angetrieben PKW und war damit größter Elektroautohersteller der Welt. 2020 lief bei Tesla das Millionste Elektroauto vom Band, allein das Model 3 ist mit 500.000 Einheiten das global meistverkaufte Automobil dieser Kategorie.

Gute Geschäftsführung um charismatischen Elon Musk:

Zur Geschäftsführung gehören neben Elon Musk, Zachary (Zach) Kirkhorn, Jerome Guillen und Andrew (Drew) Baglino. Musk war unter anderem Mitgründer des elektronischen Bezahlsystems PayPal, das im Oktober 2002 an eBay verkauft wurde sowie der Internet-Company Zip2, die 1999 an Compaq veräußert wurde. Diese Deals verschafften ihm das nötige Kapital, um in weitere Unternehmen zu investieren. Neben seinem Job bei Tesla ist er seit Mai 2002 auch Vorstandsvorsitzender des Raumfahrtsunternehmens SpaceX, dessen Vision nicht weniger als die Eroberung und Besiedelung des Mars ist. Im August 2020 hob der erste Prototyp der geplanten Marsrakete erfolgreich ab.

Zach Kirkhorn, der seinen MBA in Harvard gemacht hat, ist seit März 2019 Finanzvorstand bei Tesla. Zuvor war der Manager in verschiedenen Funktionen in den Finanzabteilungen anderer US-Unternehmen tätig.

Jerome Guillen trat im November 2010 ins Unternehmen ein und war zunächst Projektleiter des Model S. Seit September 2018 ist er Chef der gesamten Automotive-Sparte bei Tesla. Zuvor war Guillen einige Jahre beim US-LKW-Hersteller Freightliner für die Produktentwicklung verantwortlich und bei der Daimler AG für Produkt-Innovationen zuständig.

Drew Baglino stieß erst Anfang 2019 dazu, wurde aber schon im Oktober 2019 zum Senior Vice President für Powertrain und Energy Engineering gekürt. Er hat an der Stanford Universität seien Abschluss als Elektroingenieur gemacht.

Geschäftsmodell von Tesla – mehr als Elektroautos:

Zum Kerngeschäft der Tesla Inc. gehören Entwicklung und Bau rein elektrisch angetriebener Fahrzeuge. Teslas erstes Modell war der Roadster – der erste Elektro-PKW weltweit, der seine Energie aus Lithium-Ionen-Batterien zog – über 100.000 Dollar kostete und nur in kleiner Stückzahl vom Band lief. Heute bietet das kalifornische Unternehmen vier verschiedene Modelle an: die Limousine Model S, das Sport Utility Vehicle (SUV) Model X, das Einsteigermodell 3 und ganz neu das kleine SUV-Modell Y. Mit dem sogenannten Cyber Truck hat Tesla nun auch in der Fahrzeugklasse der in den USA so beliebten Pickup-Trucks ein Modell in Planung.

Darüber hinaus entwickelt und verkauft Tesla auch „Supercharger“ genannte Schnell-Ladestation für Elektroautos sowie Batteriesyteme und komplette elektrische Antriebe.

Das Geschäft mit elektrischen Energiespeichern geht aber über automobile Anwendungen hinaus. Die von Tesla entwickelte „Powerwall“ ist ein speziell auf Haushalte zugeschnittener Energiespeicher, der Solarstrom oder Windstrom speichert und bei Bedarf, etwa nachts, wieder abgibt.

In den letzten Jahren hat Tesla diese Sparte weiter gestärkt, zum Beispiel durch den Zukauf des Solar-Spezialisten SolarCity im November 2016. Seitdem bietet das US-Unternehmen auch solare Komplettlösungen für private und öffentliche Gebäude an.

Tesla sieht sich als Wegbereiter für den Übergang einer derzeit noch von fossilen Brennstoffen dominierten Ökonomie, hin zu einer nachhaltigeren, durch Elektromobilität und regenerative Energien geprägte Wirtschaft. Von diesem Übergang will das Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen profitieren.

Ist Tesla eine Burggraben-Aktie?

Als erster Autobauer weltweit hat Tesla die Bedeutung von Lithium-Ionen-Zellen für elektrische Antriebe bereits 2003 erkannt. Aufgrund ihrer hohen Energiedichte eignen sich diese bis dato fast ausschließlich in Laptops oder anderen mobilen Geräten eingesetzten Energiespeicher besonders für den Einsatz in Elektrofahrzeugen. Tesla verblüffte seine Kunden und noch mehr seine Wettbewerber deshalb schon früh mit konkurrenzlos großen Reichweiten seiner Elektromodelle. In der Batterietechnologie hat der Elektroautopionier deshalb bis heute einen guten Vorsprung vor seinen Rivalen. Dieses technische Know-How gibt einen soliden und nicht einfach aufzuholenden Burggraben gegenüber Konkurrenten.

Im Juli 2020 erreichte die an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq notierte Tesla-Aktie mit fast 500 US-Dollar ihren bisherigen Höchstwert. Der Börsenwert summierte sich damit auf sagenhafte 286 Milliarden Dollar. Tesla wird damit an der Börse weit höher bewertet, als jeder Wettbewerber – selbst die drei deutschen Autokonzerne Daimler, Volkswagen und BMW zusammengenommen sind deutlich weniger wert. Aber nicht nur die fullminante Börsenentwicklung der Tesla-Aktie hat berühmt gemacht. Auch der charismatische Chef Elon Musk hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Tesla fast schon ein Synonym für Elektromobilität geworden ist. Somit ist Tesla bereits heute eine starke und gefestigte Marke im Bereich der Elektromobilität.

Aber die Elon-Musk-Story zu Tesla scheint die Anleger nach wie vor zu überzeugen. Zum ersten Mal in der kurzen Historie des Unternehmens schrieb Tesla 2020 drei Quartale in Folge operative Gewinne. Und nun will der 49-jährige Tausendsassa Musk auch in Europa richtig durchstarten. Die gerade im Bau befindliche sogenannte Gigafactory Nummer 4, die nahe Berlin entsteht, soll dafür den Weg ebnen. 2021 soll die Produktion in Grünheide anlaufen. Tesla befindet sich auf einem starken Wachstumskurs. Diese Größe des Unternehmens Tesla macht die Tesla-Aktie neben ihrem Know-How und Marke zu einer soliden Burggraben-Aktie.

Fundamentalanalyse:

tesla umsatz gewinn

Das 3. Quartal 2019 war für Tesla das erste Quartal, in dem der Konzern einen Gewinn ausweisen konnte. Seitdem laufen die Geschäfte bei Tesla ziemlich gut. Die Absatzzahlen steigen und noch viel wichtiger, Tesla schafft es endlich nachhaltig Gewinn zu erzielen. Die gute Entwicklung in den Geschäften spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Ob die Kursanstiege in diesem Maße gerechtfertigt sind, das ist eine andere Frage.

Sehr positiv hervorzuheben ist die Umsatzentwicklung der letzten Jahre. Wie man in der Grafik erkennen kann, schaffte es Tesla seit 2011 kontinuierlich den Umsatz zu steigern. Gewinne konnten bis Ende 2019 noch nicht erzielt werden, ist aber für ein junges, innovatives Wachstumsunternehmen durchaus normal.

tesla eigenkapital dividende

Ebenfalls positiv ist die Eigenkapitalquote von circa 30%. Eine niedrige Eigenkapitalquote bedeutet, dass sich viel Fremdkapital in der Bilanz findet. Zu viel Fremdkapital ist allgemein ein Risiko, das besonders in schlechten Zeiten zu tragen kommt. Fremdkapital erzeugt zusätzliche Kosten in Form von Zinsen. Bei Tesla ist die Eigenkapitalquote noch in einem vertretbaren Rahmen.

Die Eigenkapitalrendite ist ein Maß für die Rentabilität und Effizienz eines Unternehmens. Eine gute Aussagekraft hat die Eigenkapitalrendite jedoch erst, wenn über einen längeren Zeitraum Gewinne erzielt worden sind. Da Tesla bis 2019 noch keinen Jahresüberschuss erzielt hat, ist hier die Eigenkapitalrendite negativ. Eine Beurteilung des Unternehmens anhand dieser Kennzahl macht daher aktuell wenig Sinn. Dennoch sieht man, dass Tesla in den letzten Jahren sehr viel Geld verbrannt hat. Bleibt zu beobachten, wie nachhaltig die aktuell positive Entwicklung ist.

tesla fundamental kennzahlen

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, nutzt man zur Einordnung wie teuer oder günstig eine Aktie ist. Das KGV lässt sich jedoch nur bei Unternehmen ausweisen, die einen Gewinn erzielen. Da Tesla in den letzten Jahren noch keinen Gewinn erzielt hat, ist das KGV von Tesla bis 2019 noch bei 0.

Eine bessere Beurteilung und Vergleich mit anderen Unternehmen der Branche lässt sich durch das Kurs-Umsatz-Verhältnis erhalten. Das KUV liegt bei Tesla für 2020 bei über 15. Das bedeutet, dass Tesla 15 Jahre konstant wirtschaften muss, um seine Marktkapitalisierung zu erwirtschaften. Das ist weitaus höher als andere Unternehmen in der Branche. So hat z.B. Volkswagen für 2020 ein KUV von 0,3. Das KUV von Tesla ist somit 50 Mal höher als das von Volkswagen. 

Die Tesla Aktie ist angesichts des extrem hohen KUV als „sehr hoch bewertet“ einzuordnen. Auch die Marktkapitalisierung von Tesla im Verhältnis zum Buchwert ist um ein vielfaches höher als bei den Konkurrenten. Eine hohe Bewertung alleine ist noch kein K.O.-Kriterium für eine Investition. Jedoch sind hoch bewertete Aktien fast schon „verdammt“ dazu, in den kommenden Jahren stark zu wachsen. Ob Tesla das vom Markt eingepreiste Wachstum liefern kann, ist fraglich. Insbesondere, weil die Mitbewerber in den nächsten Jahren mit eigenen Elektrofahrzeugen auf den Markt kommen werden.

Chartalanalyse:

tesla aktie chartanalyse
Chart Tesla Aktie (links: Tageschart; rechts: Wochenchart)

Seit Juni 2019 konnte die Tesla-Aktie eine bemerkenswerte Rallye hinlegen. Der Kurs der Aktie konnte sich seitdem mehr als verzehnfachen. Selbst der Corona-Crash konnte dem langfristigen Aufwärtstrend keinen Abbruch tun. Im März 2020 konnte die Tesla-Aktie den wichtigen 50-Wochen gleitenden Durchschnitt halten. Solange sich die Aktie über dem 50-Wochen GD befindet, befinden wir uns im primären Aufwärtstrend, der ausschlaggebend ist für die mittelfristige Performance der Aktie für die nächsten Monate.

Aufwärts-Szenario:

Wichtiger für die kurzfristige Chartanalyse für die nächsten Wochen ist der Tageschart (links im Bild). Hier befindet sich die Tesla-Aktie ebenfalls über dem 50-Tage gleitenden Durchschnitt. Seit September 2020 befindet sich die Aktie in einer Seitwärtkonsolidierung. Widerstand nach oben ist ganz klar die Marke von 500$. Diese wichtige Marke sollte beim nächsten Test durchbrochen werden, um den Aufwärtstrend im Tages- und Wochenchart fortzusetzen. 

Abwärts-Szenario:

Sollte der Ausbruch über den Widerstand von 500$ nicht gelingen, besteht die Gefahr, dass die Aktie ein Doppel-Top bildet und die Marke von 400$ als Unterstützung testet. Ein Bruch unter 400$ bringt als nächstes Ziel 355$ auf den Tisch. Unter 355$ wird es wahrscheinlich, dass wir eine Konsolidierung im Wochenchart sehen. Diese Konsolidierung kann dann durchaus mehrere Monate betragen. Die Spanne, in der sich die Aktie dann befinden kann, liegt zwischen 270 und 400$.

Unsere Bewertung der Tesla Aktie:

Positive Aspekte:

  • starke Marke
  • gute Technologie
  • gutes Management
  • intakter Aufwärtstrend
  • breit aufgestelltes Unternehmen

Negative Aspekte:

  • sehr hohe Bewertung
  • wachsende Konkurrenz

Die Chancen für Tesla auch in Zukunft zu wachsen stehen nicht schlecht. Tesla hat bewiesen, dass es mit den etablierten Autoherstellern mithalten kann und hat diese im Bereich Elektromobilität sogar abgehängt. Jedoch werden die finanzstarken Autokonzerne in den nächsten Jahren aufholen und die Konkurrenz wird wachsen. 

Ein Vorteil, den Tesla hat, ist das breit aufgestellte Geschäftsmodell. Tesla wird zu Recht als Technologieunternehmen angesehen und nicht nur als Autobauer. Auch der Bereich Solarenergie wird unserer Meinung nach noch starkes Wachstumspotenzial haben. Ein weiterer Wachstumsfaktor und Kurstreiber für Tesla.

Ob eine Investition auf diesen Kursniveaus sinnvoll ist, sei dahingestellt. Die Tesla-Aktie ist extrem hoch bewertet und teilweise kann man hier von einem Hype sprechen. Diese hohen Bewertungen zwingen Tesla dazu, in den kommenden Jahren stark zu wachsen. Sollte dieses Wachstum den Erwartungen des Marktes zurückbleiben, kann sich das negativ auf den Aktienkurs von Tesla auswirken. Solange jedoch der Aufwärtstrend intakt ist, spricht nichts gegen weitere Kurssteigerungen. Weiteres Kurspotenzial ist angesichts einer Marktkapitalisierung von mehr als 300 Milliarden Dollar jedoch beschränkt. Angesichts der hohen Marktkapitalisierung im Vergleich zu anderen Unternehmen aus dem Bereich Batterie und Elektromobilität geben wir hier nur ein Investmentrating von 3 von 5 Sternen.

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Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Handelsempfehlung dar. Die Informationen in diesem Artikel wurden mit bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Es besteht keine Haftung für die Richtigkeit der Behauptungen in diesem Artikel. Wir weisen auf unseren Riskohinweis hin.

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